Clarice Lispector: Ort der inneren Abenteuer

Der Ort der inneren Abenteuer

 

Ich habe sie wiedergefunden. Im Eilen, Treiben, Rechtfertigen, Nichtrechtfertigen. Ich habe sie wiedergefunden. Und es ist wieder ein Geburtstag.

Clarissi hatte ich, gerade erwachsen,  gefunden. Keiner kannte sie. Ich konnte sie als heimlich Schreibende hüten. Auch wenn ich das Blutige überlas, war mir Seitenlanges heimatlich unheimlich.

Mit Theresa (von Avila) schien ich zur Kommunion gegangen zu sein. Ein inbrünstiges Absetzen vom Unwesentlichen.

Diese Einsamkeit und Allsamkeit des Wahren, wie es sich fügt. Das Außen von  Begehrt- und Gebrauchtwerden, Enttäuscht- und Liebendsein. Es findet sich ein Ort in den Worten, der allem gemäß scheint. Dem Eigen und Unser. Dem Viel, Wenig und Besonderen. Dem alltäglichen Zweifel, Verzweifeln, Suchen, Versuchen. Dem keine Worte sonst gelten im NichtschreibTag. Als ob nichts geschähe, nichts wert wäre zu beschreiben, wenn keine es täte. Ein Ort, der mich dasein macht.

Kannt ich sie nur von weitem, beflügelten sie. Die Nähe ihrer Biographie machte sie schwer, wie lästig. Ob sie aushaltbar gewesen wären? Besessene Ichsamkeit.

Ich erinnere mich mit ihnen gewesen zu sein, ein Wesen gewesen zu sein, das sich gewahr wurde in seinen inneren Zimmern, der inneren Burg, wie Theresa sie nannte.

Keine Berührung, keine Rührung, keine Bewunderung kommt dem so nahe.

Aber die Schwere der totalen Ironielosigkeit. Kein Witz nirgends. Können Heilige über sich selbst lachen? Oder schadet das der Ich-Messe?